Detailinfos zu den Sortenblättern

Die in den Sortenblättern verwendeten Informationen bezüglich der Herkunft und der Synonyme entstammen verschiedener pomologischer Werke, wie dem "Verzeichnis der Apfel- und Birnensorten" (Voetteler, 2005), dem "Obstsorten Atlas" (Götz und Silbereisen, 1989) oder dem Werk "Apfelsorten" (Silbereisen, 1975).

Das agronomische Profil der verschiedenen Apfelsorten wurde auf Grund mehrjähriger Erhebungen am Versuchszentrum Laimburg (220 m ü. M.) auf Versuchsbäumen auf Unterlage M9 erstellt. Am Standort Laimburg befinden sich vorwiegend leichte Schwemmböden von sandig- schluffiger Bodenart. Für mehr Informationen zu den klimatischen Bedingungen am Standort Laimburg konsultieren Sie: http://www.laimburg.it/de/meteorologie.asp.

Für die detaillierte Beschreibung der Frucht- und Baumeigenschaften diente das Handbuch "Obst-Deskriptoren NAP" (http://www.fructus.ch/assets/plugindata/poola/deskriptoren-handbuch_nap.pdf; Szalatnay, 2006).

Zur Beurteilung des Blühzeitpunktes wurden die phänologischen Erhebungen aus mindestens 3 Jahren am Standort Laimburg herangezogen. Es wird zwischen frühem (um Cripps Pink), mittlerem (um Golden Delicious) und spätem (um Fuji) Blühbeginn unterschieden.

Für die Definition des Erntezeitpunktes wurde die Sorte Golden Delicious, welche am Standort Laimburg Mitte September geerntet wird, als Referenz verwendet.

Die Einstufung der Anfälligkeit für Schorf- und Mehltau basiert auf einem am Versuchszentrum Laimburg laufenden Projekt, bei welchem die Anfälligkeit von über 200 Apfelsorten an drei verschiedenen Standorten bei minimalem Fungizideinsatz erhoben wird, und auf Erfahrungswerte aus der Praxis.

Die Bestimmung der Standard-Qualitätsparameter der Früchte (Fruchtfleischfestigkeit, Zuckergehalt als lösliche Trockensubstanz in °Brix, Säuregehalt) basiert auf der mehrjährigen Messung zur Ernte mittels der automatisierten Pimprenelle (Setop Giraud Technologie, Frankreich).

Das spezifische Gewicht wurde anhand des Einzelfruchtgewichts und des Unterwassergewichts derselben Frucht ermittelt.

Die Neigung zur Verbräunung des Fruchtfleisches wurde im Projekt POMOSANO analysiert; hierbei wurde, nach vertikalem Durchschnitt der Früchte, sowohl eine visuelle, als auch eine colorimertrische Evaluierung mit einem Minolta CR 300-Colorimeter zum Zeitpunkt 0 und nach 30 und 60 Minuten bei Raumtemperatur vorgenommen.

Die Beschreibungen des Geschmacks der Apfelsorten sind eine Synthese der durchgeführten Verkostungen des Pomologie-Teams des Versuchszentrums Laimburg und eines durch den Sachbereich Sensorik geschulten Expertenpanels.

Die Einschätzung der Lagerfähigkeit der Früchte basiert auf mehrjährige Erfahrungen im normalen Kühllager, teils kombiniert mit Praxiserfahrungen.

Auch die Daten bezüglich der Saftherstellung entstammen dem Projekt POMOSANO; alle reinsortigen Frischpresssäfte wurden nach einer am Versuchszentrum Laimburg entwickelten Standardmethode hergestellt (siehe Artikel: Dal progetto europeo Pomosano: idoneità delle mele per succhi e "fresh cut" (2015). Rivista di Frutticoltura e di Ortofloricoltura, 10, 30–37). Die Saftausbeute der Sorten ist folgendermaßen definiert: sehr geringe Ausbeute (durchschnittliche Ausbeute < 35 %), geringe Ausbeute (35% ≤ durchschnittliche Ausbeute < 45%), mittlere Ausbeute (45% ≤ durchschnittliche Ausbeute < 55%), gute Ausbeute (55% ≤ durchschnittliche Ausbeute < 65%), sehr gute Ausbeute (durchschnittliche Ausbeute ≥ 65%).

Für die Evaluierung der Stabilität der Farbe wurde die Oxidation der Säfte während des Prozesses der Saftherstellung und nach der Dekantierung visuell bewertet (keine-, geringe-, mittlere-, starke-, Oxidation bei der Saftherstellung/nach der Dekantierung).

Alle chemischen Analysen wurden auf Äpfeln durchgeführt, welche zum optimalen Reifezeitpunkt geerntet wurden und für 60 Tage im normalen Kühllager (bei Sorten, die vor Gala geerntet wurden 14 Tage) gelagert wurden. Die Analysen wurden getrennt für Schale und Fruchtfleisch und für die sortenreinen Frischpresssäfte durchgeführt. Der Gehalt an Gesamt-Polyphenolen wurde mit Spektrometrie gemäß Folin-Ciocalteu bestimmt. Die antioxidative Kapazität (TAC) wurde mittels der FRAP-Methode (Ferric Reducing Antioxidant Power) erhoben und der Gesamtgehalt an Anthocyanen wurde ebenfalls mit Spektrometrie bestimmt. Der Gehalt an Vitamin C wurde mit Flüssigkeitschromatografie bestimmt. Die Pektine wurden nach Aufschluss mit Enzymen gravimetrisch bestimmt.

Alle in den Sortenblättern angegebenen Informationen sind ohne Gewähr.

Das Projekt POMOSANO (Nr. 5-1a-238, CUP H21J12000060001) wurde vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE 2007-2013) unterstützt und finanziert. Einige für die Sortenblätter verwendete Informationen entstammen dem Projekt APFEL-FIT (Nr. 1-1a-56, CUP H21J08000370006), ebenfalls vom Programm EFRE 2007-2013 finanziert.